17.-26.12.2025 Christchurch bis Stewart Island
17.-19.12.2025 Herbert Forest Campground
In der Nacht hat es rasch begonnen zu regnen und zwar ausgiebig die ganze Nacht. Wir schliefen aber viel besser, da der laute Regen die Verkehrsgeräusche übertönte. 🙂 Ich glaube ich habe nun endlich nach einer Woche den Jetlag überwunden. 😅Gestern war es das erste Mal richtig warm und wir konnten das die kurzen Hosen zum Einsatz bringen. In der Nacht kühlte es dann markant ab und wurde auch im Camper kalt. So war ich froh, dass ich am Morgen warme Kleider hatte.😏 Gegen Süden, hatte der Wetterbericht aber besseres Wetter angesagt. So wollten wir uns bald auf die Weiterreise machen. Plötzlich hörten wir ein dauerndes Hupen auf dem Campingplatz. Beim Herausschauen sahen wir einen Camper vorbeifahren mit angehängtem Stromkabel im Schlepptau. Da wollte wohl jemand etwas zu schnell im strömenden Regen davonfahren.🤣 Unterwegs machten wir schon bald Kaffeehalt. Das Kaffee lag im Gemeindezentrum. Dank google machten wir fast eine ganze Runde ums Gebäude, statt direkt beim ersten Eingang hinein. 😉 Langsam wurde es heller am Himmel. Wir fuhren an riesigen Rinderherden und natürlich auch Schafherden vorbei. Überall gab es wegen dem vielen und oft starkem Wind lange und hohe Pflanzenhecken. Wir hatten bisher erst 2x kurz am Morgen fast keinen Wind, dafür kann ich mir die Haarstylingprodukte sparen, da ich immer eine Filmfrisur habe (vom Winde verweht 😅) In Timaru machten wir einen Halt beim Leuchtturm und waren das erste Mal am Meer. In Oamaru besuchten wir einen schönen Lookout, bevor es dem Meer entlang zu unserem Campingplatz dem Herbert Forest Campground ging. Den Campingplatz besuchen wahrscheinlich nur wenige Touris. Es stehen viele Wohnwagen unbewohnt auf dem riesigen Gelände, wo wir uns einen Platz aussuchen können und wir treffen nur Neuseeländer an. Es ist hier herrlich ruhig und wir hören viele Vögel pfeifen. Da werden wir sicher gut schlafen.🙂
18.12.2025
In der Nacht regnet es wieder. Nicht so stark, dafür tropfte es plötzlich ganz laut irgendwo an der Rückseite des Campers. Da ich nicht mehr schlafen kann, zählte ich die Abstände der Tropfen. Sie fallen regelmässig bei 7. Als der Regen etwas nachlässt, wächst der Abstand auf 10 an und ich freue mich schon, dass es nun bald aufhört. Doch plötzlich tropft es rasch nacheinander.😠 Wir beschliessen dem Tropfen am Morgen nachzugehen und schlafen dann trotzdem irgendwann ein. Am Morgen werden wir von einem alten Bekannten aus Australien, dem Flötenkrähenstar geweckt. Unsere einzigen Nachbarn räumen zusammen und wir sind nun alleine, nur von unbewohnten Wohnwagen umgeben und von einigen spielenden Hasen.😄 Gerüstet für eine Wanderung machen wir uns auf den Weg zum nahen Herbert Forest Reservat. Der Weg wird uns Richtung Fluss angezeigt, wo wir den Weg auf der anderen Seite sehen. Kurt schaut, wo wir wohl auf die andere Seite kommen. Er findet nur die Möglichkeit den Flusse zu durqueren. 🤔 Wir ziehen den Umweg über die Strasse mit einer Brücke vor.😅 Von weitem sehen wir den Campingplatz. (Siehe Foto) Unser Camper ganz links und alle anderen Wohnwagen sind unbewohnt.🙂Der Swallows track ist ein schöner Rundweg, zuerst steil hinauf durch einen Kiefernwald. Am Wegrand hat es immer wieder Fallen aufgestellt, die Opossums, Wiesel und Ratten ködern sollen. Kurt schleicht sich vorsichtig an. 😉 Nichts drin😅. Oben angelangt wandern wir noch Richtung eines Wasserfalles, drehen aber um als es immer sumpfiger wird. Im Wald umfliegen uns immer wieder neugierig ein Neuseeland-Fächerschwanz. Runter geht es wieder steil, diesmal aber durch ein urwaldähnliches Gebiet mit alten Maorihöhlen. Auf dem Campingplatz gibts zur Belohnung für die Wanderung ein Apéro und danach ein feines Znacht vom Grillchef Kurt.😘 Morgen gehts weiter Richtung Süden.😊
19.12.2025
Gestern haben wir herausgefunden, woher die Tropfen kommen, die uns in der Nacht wachgehalten haben und dass sie auf die Stossstange tropfen. Gut, dass ich meinen durchlöcherten Socken noch nicht weggeworfen habe. 😅 So können wir ihn auf die Stossstange klemmen und die Nacht war tatsächlich ruhig. 🙂 Heute haben wir eine grössere Strecke vor uns. Unser Ziel ist der Kaka Point Campground. Wir machen bei Moreaki Halt um die Boulders zu besichtigen. Die Boulders sind natürliche geologische Gebilde – massive, kugelförmige Calcit-Konkretionen, die sich über Millionen von Jahren im Meeresschlamm bildeten und heute durch Küstenerosion freigelegt werden. Die Boulders entstanden durch die Zementierung von Sedimenten (Schlamm, Ton) durch Calcit, oft um einen organischen Kern (wie ein Fossil), der dann zerfiel, was zu den hohlen Strukturen führte. Die großen Felsen formten sich vor etwa 4 bis 5,5 Millionen Jahren. Die Māori erzählen, dass die Boulders die gestrandeten Vorratskörbe (Aalkörbe, Kürbisse) des großen Kanus "Arai-te-uru" sind, das vor langer Zeit vor der Küste sank. Im Kaffee treffen wir auf Kiwi, der uns ab sofort auf unserer Reise begleitet und gerne in der Mitte bei der Frontscheibe sitzt, damit er nichts verpasst. Weiter geht's zum Katiki Point Lighthouse und dem Fur seal viewpoint. Inzwischen regnet es wieder stark und der Wind lässt auch nichts zu wünschen übrig. Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. 🤣 Beim Fur seal lookout haben wir das Glück einen gefährdeten Gelbaugenpinguin zu sichten und viele Seebären (Ohrenrobben) von ganz nah.😁 Beim Shag Point steigen wir nur rasch aus, da der Wind so stark ist, dass es uns fast umweht. Der Coast Road entlang erreichen wir den Puketeraki Lookout mit einer schönen Aussicht auf die Gegend um Karitane. Immer wieder überquerfren wir die Bahnlinie, Züge sehen wir aber keine. 🤔 Zurück auf der Highway 1 hat es wieder viel mehr Verkehr. Da Kurt ja gerne zwischendurch etwas Abenteuer hat, navigiere ich ihn nach Dunedin über eine alternative Strecke durch die Wetlands des Lake Waihola (14km ungeteerte Strecke, mit steilen Stellen auf und ab 😅). Die Gegend ist wunderbar und wir beobachten einen Schafzüchter, der seine Schafe mit dem Traktor zusammentreibt. Weiter geht's über Milton und Balclutha mit einer schönen Brücke an den Kaka Point. Der Campingplatz ist noch recht leer und wir können einen Platz aussuchen. Eine Katze kommt mich sofort begrüssen. Da wir uns heute noch nicht so viel bewegt haben machen wir uns auf einen Bushrundwalk direkt beim Campingplatz. Sofort ist man in einem Dschungel. Als einziges Raubtier sehen wir aber nur die Katze, die uns den ganzen Weg begleitet.🙂 Da die Sonne wieder scheint, machen wir noch einen Abstecher ans Meer, wo wir in einem schönen Restaurant ein feines Znacht bekommen.
20.12.2025
Heute geht es wieder ein Stück weiter in den Süden. Dem Meer entlang führt eine schöne Strasse zum Nugget Point Lighthouse. An der Strasse stehen Warnschilder mit Achtung sea lions und gleich darauf sehen wir am Strand einen Seelöwen. Der Nugget Point Leuchtturm ist ein historischer Leuchtturm, der bereits 1870 erbaut wurde. Die Gegend ist sehr grün, kein Wunder, da es auch sehr oft heftig regnet. In Owaka einem kleinen Dorf mit 350 Einwohner hat es mindestens 5 Kaffees. In einem davon geniessen wir unseren Morgenkaffee. Es hat sogar eine Stube mit einem lustigen Schachbrett. Weiter geht's über eine scienic Route durch wunderschöne Landschaften. Sonnenscchein und starker Regen wechseln immer wieder ab. Wir haben aber Glück, dass immer wenn wir etwas entdecken gehen die Sonne scheint und kaum sind wir zurück beim Camper beginnt es zu regnen. 😅 Unser erster Halt ist der Purakaunui Wasserfall, der in 3 Stufen herunterfällt. Auf dem Weg dorthin hören wir einen Vogel, der wie eine Hupe tönt. Es ist der Tui. Leider hören wir ihn nur und sehen ihn nicht. Schade, es wäre ein schöner Vogel.😏 Weiter geht es zu den Matai Falls und den Horseshoe Falls, beide auch sehr schön. In der The lost gypsy gallery gibt es Kaffee und Muffins und lustige Kreationen zu bestaunen und auszuprobieren. Die Strecke führt uns in Küstennähe zum Skeleton point lookout mit Sicht auf die wunderschöne Tautuku Bay. Es windet wieder recht stark und die Temperatur liegt immer nur zwischen 7 und 10 Grad. Nun führt uns die Strecke durch Hügel bis an die Curio Bay, wo wir 2 Nächte gebucht haben. Auf der Webseite des Campingplatzes steht, dass man sich bewusst sein muss, dass es hier meistens sehr stark windet. Als wir ankommen hält es sich noch in Grenzen. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang ans Meer und einen Rundweg im Wald, wo wir einen Vogel sehen, der lustige Töne von sich gibt. Ich werde noch versuchen herauszufinden, wie er heisst. 😅
21.12.2025
Heute ist ein ruhiger Tag geplant. Wir erkunden den Campingplatz. Die Parzellen sind sehr gross und schön. Zum Platz gehört auch die schöne Porpoise Bay. Hier tummeln sich gerne Hector Delfine, einer der kleinsten und seltesten Delfine. Man könnte hier ins Wasser und dann würden die Delfine, wenn sie Lust haben 😉 ganz nah kommen. Da das Wasser und die Luft aber immer noch kühl bis kalt sind, verzichten wir darauf und schauen ihnen von Land aus zu. 😏 Dafür sehen wir noch ein Oystercatcherpaar mit Jungen. Am Nachmittag wechseln wir noch die Parzelle, da unsere Nachbarn eine grosse Gruppe von Jugendlichen mit speziellem oder besser gesagt nicht mit unserem Musikgeschmack ist. Heute Abend schauen wir noch, ob wir beobachten können, wie Gelbaugenpinguine an Land kommen. Um halb 8 begeben wir uns zur Aussichtsplattform . Kurz darauf sehen wir einen Gelbaugenpinguin, der aber nicht an Land kommt, sondern vom Land ins Wasser geht, gemütlich etwas herumschwimmt und dann wieder an Land kommt und etwas umherspaziert. Wir harren bis halb 11 Uhr aus, können aber keine weiteren Pinguine sehen. Nur der eine steht immer noch wie ausgestopft an einem Ort. Halb durchgefroren gehen wir schlafen. 🥶
22.12.2025
Wir fahren etwa 35 km zurück, da wir unbedingt die Cathedral Caves besuchen möchten. Die Cathedral Caves sind eine beeindruckende, natürlich entstandene Meereshöhlenanlage an der Küste der Catlins, die ihren Namen der kathedralenartigen Größe (bis 30 Meter hoch), den gewölbten Decken und der guten Akustik verdanken, die an eine Kathedrale erinnern. Sie wurden über Tausende von Jahren durch Wellenerosion in 160 Millionen Jahre alten Sandsteinfelsen geformt und sind nur bei Ebbe zugänglich, da sie sich durch einen Waldweg und Strand erreichen lassen. Auf dem Internet erfahren wir, dass das Tor zum Parkplatz der Caves ab 9.15 Uhr offen ist. Also fahren wir zeitig los und sind froh, das es dadurch nur wenige Leute bei den Caves hat. Die Höhle ist wirklich beeindruckend und schön. Unser nächster Halt ist der Slope point. Slope Point ist der südlichste Punkt der Südinsel Neuseelands in der Region Southland, bekannt für seine dramatischen Klippen, das raue Meer und die ikonischen, vom extremen Wind geformten, schiefen Bäume, die wie ausgetrickst aussehen, mit einem Wegweiser, der Entfernungen zum Äquator und Südpol angibt. Weiter geht es der Küste entlang zum Waipapa Point Lighthouse. Wir erhoffen dort Robben zu sehen. Ausser dem Leuchtturm und starkem Wind sehen wir aber nichts. 😏 So machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Campingplatz in Bluff. Der Platz hat keine richtige Homepage. Um zu reservieren musste ich ein Mail mit einer Anfrage schreiben. Darauf erhielt ich kurz und bündig ein Antwortmail mit dem ganzen Text im Betreff: "Hi Ursula-all good for a powered site. We charge $35 per adult day. Cash only. Brent @ Bluff "😅 Da hat es wohl jemand nicht so mit dem Digitalen. 😉 Als wir ankommen ist niemand im Office und ich muss eine Telefonnummer anrufen. Da meldet sich aber niemand. Also stellen wir unseren Camper einfach auf eine Parzelle, der Platz ist bis auf einen alten grossen Bus leer 🤔und schreiben Brent ein Mail, dass wir da sind. Am Abend kommt eine älterer Mann und er zeigt mir, dass ich ein Couvert mit Angaben zu uns ausfüllen muss und dann die 70$ in den Umschlag stecken soll und in den Schlitz im Office werfen kann. Ich beginne auszufüllen und muss die Autonummer angeben. Die weiss ich aber nicht auswendig, also frage ich ihn, ob er die wirklich braucht. Er schaut mich verschmitzt an und fragt, warum, haben sie das Auto gestohlen?🤣 Also muss ich wohl oder übel im Regen zum Camper um die Nummer nachzuschauen. Jetzt weiss ich sie dafür auswendig: QLZ617 🙂👍 Morgen geht es dann auf die Fähre nach Stewart Island. Dort kann man das Auto nicht mitnehmen. Wir bleiben dort über Weihnachten in einem PurePod. Näheres darüber dann später. Ev. kann das einige tage dauern, da wir dort kein Internet und selten Telefonempfang haben. Allen, die hier mit uns mitreisen wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest und bis bald. 😘
23.-26.12.2025
Auch auf diesem Campingplatz läuft mir wieder eine Katze auf Schritt und Tritt nach. Woran das wohl liegt? 🤔Schon gestern haben wir gepackt für 3 Tage Stewart Island. Nach srf Meteo soll es dort etwas wärmer, um die 20 Grad und die ganzen 3 Tage schön sein. Wir packen also auch kurze Sachen ein. Warme Kleider aber auch, da wir hier in Neuseeland schon öfters die Aussage gehört haben, dass man in Neuseeland an einem Tag alle 4 Jahreszeiten erleben kann. 😉Auf Stewart Island kommt man mit der Personenfähre, Autos können nicht rüber. Das Gepäck muss wasserfest sein und gut tragbar, da wir in Oban, der einzigen Ortschaft auf Stewart Island e-bikes mieten, mit diesen etwa 4km fahren müssen und dann zu Fuss etwa 10 Minuten den Berg hinauf zu unserer Unterkunft im Mamaku Reservat. Um 9 Uhr geht’s auf die Fähre und der Bootsführer wünscht uns einen guten Ritt. 🤔Was er damit meint, erfahren wir kurz darauf. Das Meer ist sehr unruhig und die Wellen sind oft höher als das Boot. Nach einer Stunde erreichen wir sicher Oban. Es regnet und auch die Temperatur stimmt nicht ganz mit dem Wetterbericht überein. Es windet stark mit Böen. Hier zeigt srf Meteo als Standort plötzlich nicht mehr Stewart Island sondern Halfmoon Bay an. Gut haben wir auch warme Kleider dabei. Nach einer Ortserkundung schwingen wir uns auf unsere Räder und fahren über mehrere Hügelchen und an Buchten entlang zu unserem PurePod. Um ins reservat zu kommen müssen wir durch eine Quarantäneschleuse gehen. Das PurePod ist ganz aus Glas und wir sind ganz alleine und haben eine sensationelle Aussicht.
Stewart Island, oder Rakiura, wie sie auf Maori heisst, was „glühender Himmel“ bedeutet, was davon kommt, dass man von hier auch oft Polarlichter sehen kann. Haben wir zwar auch nicht gesehen, dafür an einem Morgen früh einen wunderschönen Regenbogen.🙂 Stewart Island ist die drittgrößte Insel Neuseeland. Sie schließt sich 30 km südlich an die neuseeländische Südinsel an und umfasst eine Fläche von 1680 km².
Auf der Insel wohnen etwa 500 Einwohner und sie beheimatet ca. 20'000 Tokoeka (Südstreifenkiwis), eine der fünf Arten des Kiwis, des neuseeländischen Wappenvogels. Leider besucht uns aber die ganze Zeit keiner, obwohl wir im PurePod spezielles Rotlicht zum Beobachten in der Nacht haben. Wir hören nur mehrmals seine Rufe in der Nacht, da er nachtaktiv ist.😏
Wir unternehmen in den 3 Tagen Velotouren und Wanderungen und entspannen uns auf der Terasse. Die Rückfahrt nach Bluff mit der Fähre ist diesmal um einiges ruhiger.😉